Use Case Portfolio Management
Der systematische Prozess zur Identifikation, Bewertung und Priorisierung von AI-Anwendungsfällen – nach Geschäftswert, Machbarkeit und Risiko.
Definition
Use Case Portfolio Management ist der systematische Prozess, AI-Anwendungsfälle zu identifizieren, zu bewerten, zu priorisieren und über ihren Lebenszyklus zu steuern. Standardkriterien sind Geschäftswert, technische Machbarkeit, Datenverfügbarkeit und Risiko.
Das Portfolio verhindert, dass Ressourcen in unpriorisierte Experimente fließen – und macht Reallokation möglich, sobald sich Annahmen ändern. Ohne Portfolio-Management entsteht eine Kakophonie von Einzelinitiativen ohne strategische Kohärenz.
Bewertungsdimensionen im Portfolio
- Geschäftswert: Welchen messbaren Nutzen liefert der Use Case? (→ AI Value Case)
- Technische Machbarkeit: Ist der Use Case mit verfügbaren Tools und Know-how umsetzbar?
- Datenverfügbarkeit: Sind die notwendigen Daten vorhanden und AI-tauglich? (→ Data Readiness)
- Risiko: Welche regulatorischen, technischen oder reputativen Risiken bestehen?
- Strategischer Fit: Passt der Use Case zur priorisierten AI Strategy?
Praxisbeispiel
Ein E-Commerce-Mittelständler bewertet quartalsweise sein AI-Portfolio mit einer 2×2-Matrix (Value × Feasibility). Von 23 eingebrachten Ideen werden 4 umgesetzt, 8 zurückgestellt, 11 verworfen.
Die nachvollziehbare Priorisierung ersetzt politisch getriebene Einzelentscheidungen: Kein Fachbereich kann mehr "sein" AI-Projekt durch persönliche Beziehungen zur Geschäftsleitung durchsetzen – alle Ideen werden am gleichen Kriterienset gemessen. Das schafft Akzeptanz und Fokus gleichzeitig.